Skate-Park am Schlachthof begeistert Tausende Kids

07.07.2009 - WIESBADEN

Von Olaf Streubig

Skateboarden ist cool - in jeder Hinsicht. „Der Fahrtwind kühlt und ist total angenehm“, sagt Dean Watermann. Selbst bei den tropischen Temperaturen der vergangenen Tage war der 14–jährige mit seinen Kumpels im neuen Skate-Park aktiv. Sooft als möglich kommt er extra aus Schlangenbad zur Anlage am Wiesbadener Schlachthof und weiß: „Durch das Skaten habe ich in Wiesbaden viele nette Leute kennen gelernt.“

Einer davon ist Tyrin Kyrbi (16). Der Erbenheimer steht seit einem Jahr auf dem Brett und beherrscht Tricks wie den „Ollie“ oder verschiedene Slides sehenswert. „Die Anlage hier ist schön und macht echt Spaß“, sagt Kyrbi. Neben Erkundungstouren nach Darmstadt oder Frankfurt waren die die Wiesbadener Skater bisher überwiegend am Hainerberg unterwegs. Jetzt wird die neue Anlage am Schlachthof erprobt.

Auch die Zweirad-Fahrer haben das Areal bereits für sich entdeckt. Leo Pieter (18) und Marvin Knebel (17) haben sogenannte „Dirt Bikes“, die an die 1.000 Euro gekostet haben. Marvin, den alle nur „Mogli“ nennen war früher selbst Skater und sagt: „Mit dem Bike bin ich einfach flexibler und kann auch mal im Wald fahren. Außerdem hat es genervt, dass wir in der Innenstadt oft vertrieben wurden. Nur, weil die Skateboards ein bisschen Krach machen.“ Biker und Skater verstehen sich gut im neuen Skatepark. Meist tummelt sich die Wiesbadener Biker-Szene allerdings auf der anderen Rheinseite, im Mainzer Zollhafen. „Für 50 Euro kann man dort ein halbes Jahr fahren“, weiß Leo Pieter. Die Wiesbadener Skatehalle nutzt er selten.

"Totaler Neuanfang"

Seit vier Jahren betreibt der Verein „Skate-Colosseum Wiesbaden e.V.“ auf dem Schlachthofgelände den einstigen „Rollbunker“. Mit dem früheren Namen und der Einrichtung möchte Martina Struwe, die sich ehrenamtlich um die Skater kümmert, nichts zu tun haben. „Die Halle hatte einen schlechten Ruf, wir haben einen totalen Neuanfang gemacht.“ Alkohol und Drogen sind tabu, ein modernes Bistro und ein Aufenthaltsraum mit X-Box steht für die Jugendlichen bereit.

10.000 Skater kommen jedes Jahr, Anfänger und Fortgeschrittene besuchen das Colosseum. Bereits für Kids ab sieben Jahre gibt es Workshops und Kurse, bald soll auch Skate-Camp veranstaltet werden. 25 Euro kostet ein Mitgliedsausweis. „Damit kann ich dann für drei statt fünf Euro die Halle mehrere Stunden nutzen“, berichtet der Wiesbadener Levi Einhauser. Bei gutem Wetter zieht der 14-jährige allerdings den neuen Skatepark im Freien vor. Ob nun drinnen oder draußen, bei aller Leichtigkeit des Skatens rinnt den Akrobaten auf vier Rollen dieser Tage irgendwann doch der Schweiß. Trotzdem steht fest: Skateboarden ist cool!

Quelle: http://www.wiesbadener-kurier.de/region/wiesbaden/meldungen/7065189.htmhttp://www.wiesbadener-kurier.de/region/wiesbaden/meldungen/7065189.htm
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