Sicheres Skaten schon ab acht Uhr

21.04.2009 - WIESBADEN

Von Rajko Dikmann

Das städtische Ferienprogramm wird immer stärker genutzt / Eltern dadurch entlastet

Die jungen Skater sind vom Colosseum-Workshop begeistert, die Eltern von dem Angebot des städtischen Ferienprogramms auch. Das Training in der Halle beginnt nämlich bereits um acht Uhr. Am letzten Tag wollen es die Kids noch einmal wissen. Eine Woche standen sie jeden Tag auf dem Skateboard, übten Tricks und hörten Tipps.

Jetzt gilt es, das Gelernte zum letzten Mal in den Osterferien in der Colosseum Skatehalle auf dem Schlachthofgelände zu zeigen. Denn im Rahmen des Ferienprogramms der Landeshauptstadt bietet Colosseum Skateboard-Workshops an, die eben, durch das Ende der Ferien bedingt, auch mal zu Ende gehen.

Neben den Kindern sind auch die Eltern von den Workshops begeistert. "Ihre Schützlinge fahren besser und damit sicherer. So können Mama wie Papa beruhigt sein, wenn der Sohn auf dem Board unterwegs ist", sagt Martina Struwe vom Colosseum Verein. Doch nicht nur für die Workshops sind die Eltern dankbar.

Frühbetreuung

Vor allem die Frühbetreuung ist es, die die Eltern in den Ferien enorm entlastet. Denn während die Kinder in den Ferien ihre Freizeit genießen, müssen viele ihrer Eltern arbeiten. "Die Ferienprogramme der Stadt sind für viele Berufstätige die Betreuungslösung. Oft aber beginnen Workshops oder Tagesausflüge erst um 10 Uhr, während die Eltern früher zur Arbeit müssen", skizziert Martina Struwe das Problem vieler .

Dem wirkt sie seit 2006 mit der Frühbetreuung erfolgreich entgegen: Kinder, die am Ferienprogramm teilnehmen, können bereits ab acht Uhr in die Halle, so dass die Eltern rechtzeitig zur Arbeit kommen. Das Konzept kommt an. Waren es 2006 rund 1600 Kinder, die das Angebot nutzten, kamen im vergangenen Jahr bereits knapp 3000. "Die Kinder freut es. So sind sie noch früher unter Gleichaltrigen", sagt Martina Struwe, während Workshop-Teilnehmer Georg (11) den Helm abzieht und tief Luft holt.

"Nach einer Woche Skiurlaub wollte ich noch was anderes ausprobieren", erklärt Georg in einer kurzen Verschnaufpause. Früher sei er nur hin und wieder Skateboard gefahren, durch den Workshop werde er aber auf jeden Fall mehr fahren. "Jetzt, wo ich besser fahren kann und andere Skateboardfahrer kenne, macht es einfach auch mehr Spaß", sagt er.

Fragebögen

Philip (13) sieht das genauso. Bereits zum dritten Mal besucht er den Workshop und will auch ein viertes Mal kommen. "Vor allem die Betreuer sind total nett und helfen sofort", findet er. Einen Vorschlag für den nächsten Workshop hat Philip auch noch parat: "Ein Kurs für Fortgeschrittene wäre toll. Da könnte man sich auch Tricks von anderen abgucken."

So geht der letzte Ferientag in der Skatehalle langsam zu Ende: Während Boards durch die Luft wirbeln und Räder auf den Boden knallen, treffen die ersten Eltern ein. Gespannt durchblättert Martina Struwe die Fragebögen, die die Teilnehmer bereits in der Mittagspause ausgefüllt hatten. Sie lächelt. Neben Schulnoten haben die Kinder auch Vorschläge aufgeschrieben. Von "mag nichts schreiben" bis "die gleichen Betreuer und dass ich länger schlafen kann" ist die Liste bunt gemischt. Eine Bemerkung fällt Struwe besonders auf. "Nicht mehr so schlechtes Essen" hat ein Junge geschrieben. Dem kann sie nur zustimmen: "Heute gab es Erbseneintopf. Und Erbseneintopf für Kinder: Das geht ja mal gar nicht."

Mehr Infos finden sich auch im Internet unter www.colosseum-wiesbaden.de.

 

Quelle: http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/wiesbaden/meldungen/6733394.htm